Radurlaub im Rovereto - Trentino
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Radweg Valle dell’Adige Länge: 82 Km
Es ist der längste unter allen im Trentino bereits angelegten oder geplanten Radwegen, der das Trentino von Norden nach Süden quert und so die Provinz Bozen mit der Provinz Verona, das Herz der Alpen mit der Poebene verbindet. Das Etschtal, das Jahrtausende lang Durchzugsgebiet fremder, in Italien eindringender Völker war, ist auch heute noch für all jene der beliebteste Verbindungsweg, die mit dem Rad südliche Gegenden Europas anstreben. Auf das Etschufer neben Trento Der Radweg bildet mit einer Länge von 90 km die Hauptachse des gesamten Trentiner Radweg-Projekts. Er erstreckt sich fast durchgehend entlang der Etsch - bisweilen auf dem rechten, dann auf dem linken Ufer -, wobei er die alten Saumwege nutzt, die durch Felder und Obstgärten verlaufen, und an Dörfern, Ortschaften und den Städte Trient und Rovereto vorbeiführt. Ob wir nun von Norden nach Süden oder in umgekehrter Richtung fahren, ist der Höhenunterschied zwischen dem höchsten und niedrigsten Punkt unbedeutend und erreicht nicht einmal 100 m. Der Weg weist keine schwierigen Steigungen auf, die steilsten Stellen sind jene der Flussdämme. Die Route verläuft fast stets über Straßen, die für den Fahrverkehr gesperrt und ausschließlich Radfahrern, Fußgängern und Landwirtschaftsfahrzeugen vorbehalten sind. Diese letzteren, mit denen sich die Bauern von einem Acker zum anderen bewegen, sind jedoch nur selten anzutreffen.
Wir können bei der Beschreibung des Wegs beim nördlichsten Punkt beginnen, an dem er an die Bozener Radwege anschließt. Der erste Abschnitt verläuft entlang der Etsch auf dem linken Ufer bis zur Piana Rotaliana und zur Ortschaft Mezzocorona, die der Weg jedoch nicht erreicht. Er durchquert in dieser ländlichen Gegend Obst- und Weingärten und führt an hohen Felswänden vorbei, die beide Seiten dieser Talstrecke kennzeichnen. Nach 4,5 km gelangt er bei der Ortschaft Masetto auf das rechte Etschufer: hier durchquert er den Ort Grumo, den eine Brücke mit großen Bögen von San Michele all’Adige trennt. In San Michele ist das interessante Museo degli usi e costumi della Gente trentina (Trentiner Heimatkundemuseum) zu besichtigen, das im alten Augustinerkloster untergebracht ist.
Wenn wir unsere Fahrt entlang der Etsch fortsetzen, bewegen wir uns nun ein Stück neben der Brennerautobahn, einer bedeutenden und stark befahrenen Verbindungsstraße, die für uns aber keinen Reiz hat. Nach zehn Kilometern erreichen wir den Ort Nave San Rocco und überqueren erneut den Fluss, um auf dem linken Ufer weiterzufahren. Wir befinden uns nach wie vor in einer ländlichen Umgebung, und die zahlreichen gewarteten Rastplätze laden zu kurzen Pausen oder zum Genießen des Panoramas ein. Nach 16 Kilometern entfernen wir uns kurz von der Etsch und nähern uns der Talmitte, wobei wir ein kurzes Stück den Avisio-Fluss entlangfahren. So gelangen wir zum Biotop der Avisio-Mündung, einem kleinen geschützten Gebiet, das eine wichtige Raststätte für mehrere Arten von Zugvögeln ist. Hier wurde eine Station zum Beringen der Vögel errichtet, um deren Migrationswege über die Alpen zu beobachten. Wir überqueren nun den Avisio-Fluss über einen Holzsteg im Randgebiet der Ortschaft Lavis und kehren auf der Höhe der Autobahnausfahrt Trento Nord zum Etschufer zurück. Die nächsten drei Kilometer verläuft der Radweg zwischen dem Fluss und der Autobahn, vor den hohen, steil abfallenden Wänden des Soprasasso.
Beim 27. Kilometer fahren wir in die Stadt Trient ein, und zwar zunächst auf einem vielbenutzten Gehweg, dann auf dem mit Bäumen bestandenen Damm, der den Fluss vom Adigetto-Kanal trennt. Der Radweg verläuft nicht durch das Zentrum von Trient, sondern streift es nur, doch ein Aufenthalt zur Besichtigung der Stadt des Konzils ist unbedingt anzuraten. Wenn wir in Richtung Süden weiterfahren, überqueren wir beim 31. Kilometer erneut die Etsch, wonach wir unseren Weg am rechten Ufer fortsetzen, während auf der linken Seite ein anderer Zweig der Radpiste verläuft. Wir erreichen Mattarello, einen südlichen Vorort der Stadt Trient, wo die beiden Zweige des Radweges am linken Ufer zusammentreffen. Nach acht Kilometern gelangen wir zum Ort Besenello am Fuß des Hügels, auf dem die Burg Beseno liegt, in der im Sommer interessante Ausstellungen stattfinden und die selbst schon ein Denkmal ist, das vom Trentiner Leben vergangener Jahrhunderte zeugt. Wir durchqueren jetzt am rechten Etschufer den Ort Calliano, wonach wir in Nomi bei einem Biotop - einem letzten Rest der Aulandschaft, die sich bis Ende des 19. Jh. vor der Flussregulierung hier erstreckte -, erneut über den Fluss fahren. Wir befinden uns nun beim 46. Kilometer: Es geht noch vier Kilometer entlang dem linken Flussufer, vorbei an Weingärten, dann unter der Brücke von Sant’Ilario durch. Der Radweg entfernt sich jetzt vom Flussufer, wobei er über einige schwach befahrene Straßen in das Randgebiet der Stadt Rovereto, der zweitwichtigsten Stadt der Provinz Trient führt. Wie bei Trient bringt uns auch hier der Radweg nicht ins Stadtzentrum, das jedoch leicht über einen Nebenweg erreichbar ist, der bei der Leno-Brücke beginnt. Rovereto ist eine sehenswerte, an interessanten Details reiche Stadt, Heimat des Künstlers Fortunato Depero, des berühmten Vertreters des Futurismus. Der Etsch südlich von Rovereto.
Wir sind beim 55. Kilometer angelangt, der Radweg verläuft erneut abseits des Straßenverkehrs, noch ein kurzes Stück, dann geht es wieder die Etsch entlang, bis wir über die Brücke des Staudamms von Mori fahren, der errichtet wurde, um den Montedison-Kanal und die gleichnamige, nun aufgelassene Fabrik mit Wasser zu versorgen. Beim 60. Kilometer zweigt am rechten Ufer des Montedison-Kanals der Radweg ab, der durch Mori zum Gardasee führt und den wir später beschreiben werden. Auf der Höhe der früheren Montedison-Fabrik fahren wir über die Etschbrücke auf das linke Ufer, dann ein Stück entlang der Autobahn, anschließend entlang der Bahnlinie Verona-Brenner bis zur Ortschaft Chizzola, die auch am rechten Ufer über eine Straßenbrücke erreichbar ist. Die nächsten sechs Kilometer des Radwegs sind noch nicht fertiggestellt, einige abgeschlossene Strecken wechseln bis zum Ort Pilcante mit Trassen ab, die noch zu vervollständigen sind. Ab Pilcante verläuft der Radweg 2,5 km am rechten Etschufer auf der Landstraße, wo zwar Kraftfahrzeuge fahren, doch wenig Verkehr herrscht, bis zur Höhe des Staudamms von Ala. Nach Überquerung des Biffis-Kanals geht es um den Autobahnknotenpunkt der Ausfahrt Ala-Avio herum, nun weiter auf einem für den Verkehr gesperrten Weg. Wir durchqueren Vo Destro, einen Ortsteil von Sabbionara, den die wuchtige Burg Sabbionara d’Avio überragt: Sie ist sowohl wegen ihrer Schönheit, als auch wegen des Panoramas, das ihr Wehrturm bietet, einen Besuch wert. Bis zum Ende des Etschtal-Radweges fehlen noch 5 Kilometer, die durchgehend am Damm, zwischen dem Fluss und der Autobahn, verlaufen. Schließlich erreichen wir den Ort Borghetto all’Adige, wo der Radweg bei der Brücke an der Grenze zur Provinz Verona endet.
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